Die Weinlese 2026 läuft weiter… ✂️🍇
Langsam, konzentriert und dieses Jahr sehr oft mit nur wenigen Händen.
Seit Wochen bin ich jeden Tag draußen. Senad und ich schneiden uns Reihe für Reihe durch die Weingärten. Seit Beginn der Lese hatten wir genau einen einzigen Tag frei. Rückblickend ist es für mich die arbeitsaufwendigste Weinlese der letzten 20 Jahre.
Nicht unbedingt wegen der Menge. Im Gegenteil.
Die Mengen sind klein. Teilweise sehr klein. Aber gerade deshalb ist der Aufwand enorm. Viele Stunden im Weingarten, viel Handarbeit, viele kleine Partien und fast jede Entscheidung muss sehr genau getroffen werden.
Manchmal kommen Freunde, freiwillige Helfer oder Menschen dazu, die einfach ein paar Stunden mitarbeiten wollen. Und genau diese Hilfe bedeutet mir heuer besonders viel.
Gerade beim Riesling zeigt sich jetzt, warum es sich lohnt, nicht nur auf Ertrag zu schauen. Die Trauben sind wunderschön, gesund und haben eine Spannung, die mich wirklich freut.
In den letzten Tagen haben wir uns immer weiter durch den Riesling gearbeitet. Junge Anlagen im Steiner Hund, die Terrassen und zuletzt auch Hinterskirchl. Am 19. September haben wir dort zu neunt 1.050 Liter Riesling mit 17,5 °KMW gelesen.
Und jetzt kommt langsam jener Teil der Lese, auf den ich mich jedes Jahr besonders freue: die Trauben für meinen Riesling Handwerk.
Für mich ist Handwerk genau das, was der Name sagt.
Keine Abkürzung. Keine technische Idee davon, wie ein Wein schmecken soll. Sondern gute Trauben, genaue Arbeit, Zeit und möglichst wenig Eingriff im Keller.
Die Grundlage dafür entsteht jetzt draußen.
Beim Schneiden jeder einzelnen Traube.
2026 wird kein Jahrgang der großen Mengen. Dafür fehlt schlicht zu viel. In manchen Weingärten ist der Ertrag erschreckend niedrig. Wirtschaftlich ist das natürlich schwierig und darüber braucht man auch nichts hinwegzureden.
Aber Qualität und Menge sind zwei verschiedene Dinge.
Und wenn ich die Rieslingtrauben derzeit in der Hand halte, bin ich sehr gespannt, was aus diesem Jahr entstehen wird.
Vielleicht ist das auch eine der wichtigsten Erfahrungen dieser Lese: Man kann einen Jahrgang nicht erzwingen.
Man kann nur versuchen, jeden Tag die richtige Entscheidung zu treffen. Im Weingarten genau hinzusehen, gesundes Material zu lesen und im Keller anschließend nichts kaputtzumachen.
Genau das mache ich gerade.
Tag für Tag. Reihe für Reihe.
Und während der 2026er erst am Anfang seiner Reise steht, ist sein Vorgänger schon ein gutes Stück weiter.
Der Riesling Handwerk 2025 ist inzwischen gefüllt und im Onlineshop erhältlich. Für mich ein Wein, der sehr schön zeigt, was ich unter Handwerk verstehe: Riesling mit Herkunft, Ruhe und Zeit statt Lautstärke.
Wer also schon kosten möchte, wohin diese Art der Arbeit führen kann, findet den 2025er bereits im Shop.
Ich gehe inzwischen wieder hinaus.
Der Riesling wartet nicht.
Euer Urban 🍇🍀