Weinlese 2026: Die ersten Tage
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Wann beginnt die Weinlese 2026?

Anfang September war die Lese in meinen WeingĂ€rten bereits im Gang. Einen gemeinsamen Starttag fĂŒr alle WeingĂ€rten gibt es nicht. Ich entscheide Parzelle fĂŒr Parzelle, wann die Trauben gelesen werden.

Die Weinlese 2026 hat begonnen.

Nach den ersten Tagen zeigt sich immer deutlicher, was wir eigentlich schon seit Wochen befĂŒrchtet haben. Die lange Trockenheit dieses Sommers hat deutliche Spuren hinterlassen. Vor allem in unseren nicht bewĂ€sserten WeingĂ€rten in Krems sind die ErtrĂ€ge extrem klein. Teilweise liege ich rund 80 Prozent unter einer normalen Ernte.

Die Trauben selbst sind klein, konzentriert und geschmacklich sehr intensiv. QualitÀt und Menge sind in diesem Jahr zwei völlig unterschiedliche Geschichten.

Gestern konnten wir mit einer großen Gruppe aus Familie, Freunden und freiwilligen Helfern zwei WeingĂ€rten am Weinberg lesen. Diese FlĂ€chen konnten wir bewĂ€ssern, und dort sieht die Situation deutlich besser aus. Zumindest mengenmĂ€ĂŸig bekommt man dort wieder ein GefĂŒhl dafĂŒr, wie eine Ernte normalerweise aussehen könnte.

Der Unterschied zwischen bewÀsserten und nicht bewÀsserten WeingÀrten ist heuer enorm.

Was mich dabei nachdenklich macht: Nach GesprÀchen mit Kollegen scheint unsere Situation kein Einzelfall zu sein. Auch in anderen WeingÀrten im Gebiet werden sehr kleine Mengen gemeldet. Die Trockenheit betrifft nicht nur einzelne Parzellen oder Betriebe, sondern prÀgt diesen Jahrgang im gesamten Gebiet.

FĂŒr mich zeigt 2026 damit sehr deutlich, wie unmittelbar Weinbau von seinem Standort, vom Boden und vor allem von Wasser abhĂ€ngig ist. Biodynamischer Weinbau kann viel. Gesunde Böden, tief wurzelnde Reben und jahrelange sorgfĂ€ltige Arbeit helfen den Pflanzen, schwierige Perioden besser zu ĂŒberstehen. Aber irgendwann gibt es auch hier Grenzen.

Und trotzdem gehe ich derzeit gerne durch die WeingÀrten.

Denn was wir lesen, ist schön. Kleine Trauben, gesunde Beeren, viel Geschmack und eine erstaunliche Spannung. Jetzt geht es darum, jede einzelne Partie zum richtigen Zeitpunkt zu holen und im Keller möglichst wenig zwischen Herkunft und Wein zu stellen.

2026 wird kein Jahrgang der großen Mengen.

Vielleicht wird es gerade deshalb einer, ĂŒber den wir noch lange sprechen werden.

Und eines weiß ich nach gestern wieder ganz genau: Ohne Familie, Freunde und all jene Menschen, die derzeit freiwillig mit uns im Weingarten stehen, wĂ€re diese Lese kaum zu schaffen.

DafĂŒr bin ich sehr dankbar.

Hier erzÀhle ich, wie die Weinlese 2026 weiterging.

Euer Urban 🍀✹

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