Weinlese 2026: Die ersten Tage… 🍇

Die Weinlese 2026 hat begonnen.

Nach den ersten Tagen zeigt sich immer deutlicher, was wir eigentlich schon seit Wochen befürchtet haben. Die lange Trockenheit dieses Sommers hat deutliche Spuren hinterlassen. Vor allem in unseren nicht bewässerten Weingärten in Krems sind die Erträge extrem klein. Teilweise liegen ich rund 80 Prozent unter einer normalen Ernte.

Die Trauben selbst sind klein, konzentriert und geschmacklich sehr intensiv. Qualität und Menge sind in diesem Jahr zwei völlig unterschiedliche Geschichten.

Gestern konnten wir mit einer großen Gruppe aus Familie, Freunden und freiwilligen Helfern zwei Weingärten am Weinberg lesen. Diese Flächen konnten wir bewässern, und dort sieht die Situation deutlich besser aus. Zumindest mengenmäßig bekommt man dort wieder ein Gefühl dafür, wie eine Ernte normalerweise aussehen könnte.

Der Unterschied zwischen bewässerten und nicht bewässerten Weingärten ist heuer enorm.

Was mich dabei nachdenklich macht: Nach Gesprächen mit Kollegen scheint unsere Situation kein Einzelfall zu sein. Auch in anderen Weingärten im Gebiet werden sehr kleine Mengen gemeldet. Die Trockenheit betrifft nicht nur einzelne Parzellen oder Betriebe, sondern prägt diesen Jahrgang im gesamten Gebiet.

Für mich zeigt 2026 damit sehr deutlich, wie unmittelbar Weinbau von seinem Standort, vom Boden und vor allem von Wasser abhängig ist. Biodynamischer Weinbau kann viel. Gesunde Böden, tief wurzelnde Reben und jahrelange sorgfältige Arbeit helfen den Pflanzen, schwierige Perioden besser zu überstehen. Aber irgendwann gibt es auch hier Grenzen.

Und trotzdem gehe ich derzeit gerne durch die Weingärten.

Denn was wir lesen, ist schön. Kleine Trauben, gesunde Beeren, viel Geschmack und eine erstaunliche Spannung. Jetzt geht es darum, jede einzelne Partie zum richtigen Zeitpunkt zu holen und im Keller möglichst wenig zwischen Herkunft und Wein zu stellen.

2026 wird kein Jahrgang der groĂźen Mengen.

Vielleicht wird es gerade deshalb einer, ĂĽber den wir noch lange sprechen werden.

Und eines weiß ich nach gestern wieder ganz genau: Ohne Familie, Freunde und all jene Menschen, die derzeit freiwillig mit uns im Weingarten stehen, wäre diese Lese kaum zu schaffen.

DafĂĽr bin ich sehr dankbar.

Euer Urban 🍀✨

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