Meine Rieden im Kremstal
Riesling kann nur dann wirklich von Herkunft erzählen, wenn man die Unterschiede seiner Rieden nicht einebnet. Gföhler Gneis, Paragneis, Glimmerschiefer, Konglomerat und Löss treffen im Kremstal auf unterschiedliche Höhenlagen, Expositionen und Mikroklimata. Acht Rieden. Acht unterschiedliche Geschichten. Riesling als gemeinsame Sprache.
Steiner Pfaffenberg
Der Steiner Pfaffenberg ist überwiegend nach Südosten ausgerichtet und reicht von 199 bis 378 Meter Seehöhe. Gföhler Gneis, Glimmerschiefer und Amphibolit bilden den kargen, felsigen Untergrund. Bereits im 13. Jahrhundert wurde die Ried als „mons clericorum“ erwähnt; seit 1230 ist sie urkundlich belegt und war einst im Besitz der Bischöfe von Passau.
Steiner Gaisberg
Der Steiner Gaisberg ist von Süden bis Osten ausgerichtet und liegt zwischen 280 und 350 Meter Seehöhe. Gföhler Gneis und Konglomerat prägen den Untergrund. Der Name bedeutet „Ziegenberg“ und bezeichnet die steilen, kargen Hänge der Ried.
Steiner Hund
Der Steiner Hund ist nach Süden ausgerichtet und liegt zwischen 250 und 280 Meter Seehöhe. Die Reben wurzeln auf Urgestein mit einer dünnen Humusschicht. Nach der Familienüberlieferung entstand der Name während einer Hungersnot, als ein Teil des Weingartens gegen einen Hund eingetauscht wurde.
Steiner Grillenparz
Die Steiner Grillenparz ist nach Südosten ausgerichtet und liegt zwischen 262 und 335 Meter Seehöhe. In der Tiefe liegt Paragneis, darüber kalkiges Konglomerat mit sandigem Kies. Bereits 1180 wurde die Ried als „ad grillenporce“ dokumentiert – ein Ort, an dem sich Grillen sammelten.
Steiner Schreck
Die Ried Steiner Schreck ist südöstlich bis südlich ausgerichtet und liegt zwischen 259 und 323 Meter Seehöhe. Geschieferter Amphibolit, kristalliner Paragneis und alte Trockensteinmauern prägen die steile Lage. 1360 wurde sie als „Schrekch“ dokumentiert; der Name leitet sich vom bairischen „schricke“ für einen tiefen Geländeeinschnitt ab.
Steiner Braunsdorfer
Der Steiner Braunsdorfer ist nach Süden und Südosten ausgerichtet und reicht von 300 bis 450 Meter Seehöhe. Die Böden bestehen aus Paragneis bis Gföhler Gneis. Der Name folgt dem niederösterreichischen Ortsnamen-Muster auf „-dorf“; eine weitere gesicherte Geschichte ist nicht überliefert.
Steiner Goldberg
Der Steiner Goldberg ist nach Süden und Südosten ausgerichtet und liegt zwischen 300 und 350 Meter Seehöhe. In meiner Parzelle prägen Löss und Lehm den Boden; andere Teilbereiche der größeren Ried können steiniger sein. Die Herkunft des Namens ist nicht eindeutig überliefert.
Steiner Kögl
Der Steiner Kögl ist südlich ausgerichtet und liegt rund 900 Meter von der Donau entfernt, geschützt vor Westwind durch den Steiner Kreuzberg. Stark verwittertes Urgestein mit hohem Schiefer- und Gneisanteil prägt den Boden. „Kögl“ oder „Kogel“ ist ein altes Wort für einen runden Hügel.