Steineck. Einmal raus aus dem Kopf…
Vor drei Jahren habe ich das Wandern und schnelle Gehen für mich entdeckt. Seitdem gibt es drei Dinge, die mich immer wieder hinausziehen: die Natur, die Freiheit und ein Ziel vor Augen.
Draußen wird vieles plötzlich einfacher. Der Kopf wird ruhiger, der Stress verliert an Bedeutung und irgendwann zählt nur noch der nächste Schritt. Gerade in Zeiten, in denen im Weingut viel gleichzeitig passiert, brauche ich genau das.
Dieses Wochenende waren wir kurz vor Beginn der Weinlese bei Evas Tante Ute in Gmunden. Für mich war ziemlich schnell klar, dass ich die Gelegenheit nutzen möchte, wieder auf einen Berg zu gehen. Mein Ziel war das Steineck auf 1.418 Metern.
Der Weg nach oben verlief allerdings nicht ganz so, wie geplant.
Irgendwann war ich offensichtlich vom eigentlichen Wanderweg abgekommen und stand vor ziemlich steilen Hängen. Umkehren wollte ich nicht sofort, also ging es weiter nach oben. Teilweise war das wesentlich anspruchsvoller, als ich mir die Tour vorgestellt hatte. Steil, anstrengend und mit voller Konzentration auf jeden einzelnen Schritt.
Und dann stand plötzlich eine Gams vor mir.
Für einen kurzen Moment haben wir uns angesehen. Sie ging weiter und zeigte mir, fast ein wenig unfreiwillig, die Richtung, in der ich schließlich wieder auf den richtigen Weg kam. Solche Begegnungen kann man nicht planen. Vielleicht bleiben sie gerade deshalb hängen.
Irgendwann stand ich dann tatsächlich oben am Gipfelkreuz.
Und schön war es.
Nicht nur wegen der Aussicht auf den Traunstein, umliegenden Bergen und den Traunsee. Sondern wegen dieses Gefühls, etwas geschafft zu haben, das zwischendurch deutlich schwieriger geworden war als gedacht.
Genau deshalb gehe ich wandern.
Natur. Freiheit. Ein Ziel.
Manchmal braucht es nicht mehr, um sich wieder selbst zu spüren und den Kopf für das freizubekommen, was vor einem liegt.
Jetzt kann die Weinlese kommen.
Euer Urban